
fabelhaft erzählt!
Erschienen in "Dat ole Land" und "Auf der Geest"
in der Dezemberweihnachtsausgabe 2010:
-Seite 1-
-Seite 2-
Mit freundlicher Genehmigung des Elbeverlags
"Zu einer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat ..."
Erschienen am 8. Juli 2008 im Buxtehuder Tageblatt:
Märchenabend im Jorker Obsthof

Erschienen in der Lüneburger Landeszeitung am 29.September 2008:
2. Erzählnacht im Gemeindezentrum Kaltenmoor

Die Erzählerinnen (v. l.) Birte Röder, Ute Geffers-Kleinbach, Rosemarie Zwanck, Silvia Wolff-Barz, Susanne Boeckler, Ruth Klante, Wiebke Oldenburg, Sabina Braun, Carmela Thomsen verzauberten das Publikum. Foto: be
Fantasie trifft Wahrheit
Erzählnacht mit Märchen aus aller Welt verzaubert die Besucher in Kaltenmoor (pri Lüneburg)
"Es war einmal ein Mann, der hatte viel – und wenig." So beginnt die Geschichte, die Ruth Klante am Sonnabend im Kirchenraum von St. Stephanus vorträgt. Sie ist eine Märchenerzählerin - so wie acht weitere Frauen, die an diesem Abend vor gebannten Lüneburgern jeden Alters bekannte und unbekannte Märchen vortragen. Susanne Boeckler, Pfarrerin der Stephanus-Gemeinde, ist eine der Märchenerzählerinnen und hat die Frauen aus ganz Deutschland nach Lüneburg eingeladen.
Von Grimms Aschenputtel über die Geschichte der Erschaffung der Frau bis hin zum italienischen Märchen von drei listenreichen alten Jungfern: Das Repertoire der neun Erzählerinnen ist vielfältig. Sie erzählen die Märchen frei und ohne Buch, untermalt mit Gesten und den Klängen exotischer Instrumente. Die hohe Kunst des Märchenerzählens haben sie in einer Fortbildung gelernt. "An mehreren Wochenenden haben wir Märchen erarbeitet und herausgefunden, wer von uns was am besten erzählen kann", so Ruth Klante und ihre Kollegin Sabina Braun.
"Meine Spezialität ist das unterhaltende Erzählen", berichtet Klante. Ihr Märchen "Viel und Wenig" berichtet von einem Holzsammler, der seinen Beruf liebt und glücklich mit seiner Frau und seinem Vater zusammenlebt. "Das ist viel", so die Märchenerzählerin. Doch leider ist die Familie sehr arm, die Eheleute wünschen sich seit Jahren vergeblich ein Kind, und der Vater ist erblindet: "Das ist wenig." Nach einer Begegnung mit dem Elfenkönig steht dem Mann ein Wunsch frei. Doch was soll er sich wünschen: Reichtum? Ein Kind? Dass sein Vater wieder sehen kann? Der Wunsch wird zur Last.
Klante setzt ihre Märchen nicht nur zur Unterhaltung ein. "Ich mache seit einiger Zeit Sterbearbeit, begleite todkranke Menschen in Hospizen", erzählt sie. "Dabei sind Märchen sehr hilfreich. Sie erzählen vom Loslassen oder von Wandlungen, die Menschen durchleben." Ihre Kollegin Birte Röder stimmt ihr zu: "Märchen vermitteln Lebensweisheiten, aber auf heitere, gelassene Art." Auch der Holzsammler in Ruth Klantes Geschichte findet schließlich einen Ausweg. Er verbindet seine drei Wünsche: "Ich wünsche mir, dass ich meinen Vater sehen werde, der auf sein Enkelkind blickt, das in einer goldenen Wiege liegt."
Märchen, so erzählen die Frauen, seien "vor mehr als sieben mal siebenundsiebzig Jahren" entstanden. Die Wahrheit irrte damals verzweifelt durch die Straßen, weil die Menschen nichts mehr von ihr wissen wollten. Da traf sie auf die Fantasie. Sie taten sich zusammen - und nannten sich Märchen.
Mit freundlicher Genehmigung der © Landeszeitung für die Lüneburger Heide 2008